Ein Wort zum Reformationsfest

2. Kor.5,19+20

1. Der Auftraggeber

Gott war in Christus : in der Evangelistenschule Johanneum hatten wir eine Dogmatik zur Grundlage von dem bibelgläubigen Professor Heinrich Vogel. Gott in Christo war der Titel. Manchmal sind wir als Schüler regelrecht verzweifelt über die ellenlangen Sätze, die dieser Professor formuliert hatte. Nun hatte ich eines Tages die Chance diesen Professor in Berlin kennen zu lernen. Dabei fragte ich ihn ob er seine ganze Dogmatik nicht etwas einfacher formulieren könnte. Darauf sagte er: „das kann ich und zwar in zwei Worten: für dich.“ Für Dich ist Christus auf die Welt gekommen, für dich ist er am Kreuz gestorben, um deine Sünde zu vergeben und für dich ist er auferstanden, um dich mit in den Himmel, in unser neues Zuhause zu nehmen. Das ist die Botschaft, die wir verkündigen.

2. Der Botschafter

Botschafter an Christi Statt : das hatte der Apostel Paulus erfahren. Aus einem Feind Christi war ein versöhnter Zeuge geworden. Jesus war ihm auf seinem Weg nach Damaskus in den Weg getreten. Das hat sein Leben von Grund auf erneuert. Das Alte ist vergangen- siehe Neues ist geworden ( 2.Kor.5, 17). Das haben wir doch alle auf verschiedenen Weise in unserem Leben auch erfahren. Bei dem einen war es eher ein Damaskuserlebnis, bei einem anderen eher ein Emmausweg. Da hat unser Herr kein Schema. Wir sind als Jünger Jesu unterwegs, weil Er unser Herr ist, weil er uns aus der Todeszone ins Leben gerufen hat, weil wir gewiss sind, dass nichts und niemand uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus ist. Der Botschafter hat seine Beauftragung und Platzanweisung von seinem Herrn bekommen. Das befreit uns zu einem anderen Leben. Wir brauchen nicht mehr für uns selbst zu leben, sondern dürfen ihm dankbar dienen. Das Wort des bayerischen Kirchenpräsidenten Hermann Bezzel soll uns in der Spur halten: die Kirche geht nicht an der Gottlosigkeit der Welt zugrunde, sondern an ihren unberufenen Mitarbeitern.

3. Die Botschaft

Wir bitten, ermahnen und ermuntern, wir rufen aus Liebe: komm lass auch du dich versöhnen mit Gott. Diese Liebe Christi am Kreuz haben wir den Menschen vor Augen zu malen. Dazu haben wir sie zu locken. Wir tun das in der Grundhaltung so wie es Friederich von Bodelschwingh auf den Punkt gebraucht hat: ein Bettler erzählt dem anderen Bettler, wo es Brot gibt. Der Vater im Himmel sehnt sich danach, wenn seine verlorenen Söhne und Töchter nach Hause kommen. Und es ist Freude im Himmel über einen Sünder, der umkehrt. Gleichzeitig werden wir aus echter Liebe aber auch von den Folgen sprechen, wenn jemand draußen vor der Tür stehen bleibt und verloren geht.

Matthias Rapsch